Gedanken zur Jahreslosung 2018

Wenn ich das Wort "Herz" höre, dann denke ich zuerst an das Organ in meiner Brust. Das Organ, das dafür sorgt, dass mein ganzer Körper durchblutet wird. Wenn das Herz nicht mehr funktioniert, wenn es aufhört zu schlagen, dann stirbt man. Ohne Herz können wir Menschen nicht leben.

Am Ende des diesjährigen Sommerurlaubs merkte ich, dass irgendetwas mit mir nicht stimmte. Ich hatte plötzlich einen Durst, der nicht mehr wegging. Ich konnte trinken, was und so viel ich wollte, der Durst war einfach nicht zu stillen. Sie alle wissen, was es heißt durstig zu sein, und können sich bestimmt vorstellen, wie unangenehm dieser Dauerdurst war. Irgendwann war es dann genug: Ich ging ins Krankenhaus. Nach ausführlichen Untersuchungen war dann klar, dass ich nichts Ernsthaftes habe. „Aber irgendetwas fehlt Ihnen“, meinte der Arzt. „Ich weiß leider nur nicht, was es ist. Vielleicht vergeht der Durst mit der Zeit von alleine!“


Durst zu haben ist unangenehm. Denn Durst ist schlimmer als Heimweh, wie ein altes Sprichwort sagt. Durst ist Zeichen eines Mangels. Unserem Körper fehlt Flüssigkeit. Es gibt aber nicht nur diesen körperlichen, sondern auch den inneren oder seelischen Durst. Auch der ist Zeichen dafür, dass uns etwas fehlt! Wir haben Durst nach Glück, nach Liebe, nach guten Beziehungen, nach Freundschaft, nach einem gelingenden Leben in Familie und Beruf. Wir haben Durst danach, von anderen angenommen zu werden so wie wir sind, mit all unseren guten und auch den schlechten Seiten, mit unseren Stärken und Schwächen. Und wir haben Durst nach Sinn im Leben, nach Hoffnung angesichts des Todes, nach Trost in der Trauer. Ja, wir alle kennen auch den inneren oder seelischen Durst. 

 
Es gibt Quellen, die unseren Durst stillen und uns helfen: Menschen, die uns zur Seite stehen, Unternehmungen, die uns Freude machen, Kraftquellen wie ein gutes Buch, Sport, Urlaub, Spaziergänge, Treffen mit Freunden und anderes mehr. All das tut uns gut und hilft uns!


Jahreslosung im Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Die Jahreslosung 2018 will uns auf die entscheidende Quelle verweisen: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21, 6) Der Durst nach Sinn, Hoffnung und Trost wird gestillt, wo ich annehme, was Gott mir geben will: Vertrauen darauf, dass er uns jeden Tag unseres Lebens begleitet, uns so annimmt, wie wir sind, und uns auch mitten im Tod nicht loslässt. Das alles hat er uns in Jesus Christus geschenkt. Durch ihn will er unseren inneren Durst löschen - umsonst, aber nicht vergeblich. Möge unser innerer Durst im Jahr 2017 aus der Kraftquelle Jesus Christus nachhaltig gestillt werden!

Ihr Pastor Jens Hauschild