Gedanken zur Jahreslosung 2016

Bild: Die Jahreslosung 2016 im Verlang am Birnbach
Die Jahreslosung im Verlag am Birnbach

Die Jahreslösung 2016 lässt wohl bei vielen die gleichen Gedanken und Bilder aufkommen wie bei mir. Ich sehe mich wieder als kleinen Jungen mit aufgeschlagenem, blutigem Knie. Mann, das tat weh! Und so laufe ich zu meiner Mutter. Diese nimmt mich, der ich Rotz und Wasser heule, auf den Schoß, putzt mir die Nase, tupft das blutende Knie sauber, drückt mich an sich, streichelt mich, küsst mir die Tränen aus dem Gesicht und spricht mit ruhiger Stimme zu mir.

Aber sie sagt nicht: „Ist doch nicht so schlimm“ oder gar „tut doch gar nicht mehr weh“. Sie nimmt mich ernst. „Das tut furchtbar weh, ich weiß. Lass mich mal ein bisschen auf die Wunde pusten, das hilft gegen den Schmerz.“ Ja, der Schmerz ist da, und verschwindet nicht einfach. Aber die Nähe, das Geborgensein, die spürbare Liebe, das Gehaltenwerden trösten mich.Alles ist gut? Nein, aber vielleicht wird es wieder gut, vielleicht. Doch ich bin nicht allein mit meinem Schmerz. Schon das gibt mir Kraft und neuen Mut. Das meint Gott, wenn er uns zusagt: „Ich will Euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Er nimmt uns ernst, weiß um Leid und Trauer in dieser Welt und in Deinem und meinem Leben. Und er verspricht uns: „Ich bin da, so wie eine Mutter da ist. Ich mache kein Leid ungeschehen, aber ich will dir helfen es zu tragen.“ So wie ich als Kind zu meiner Mutter lief, um mich trösten zu lassen, kann ich auch zu Gott kommen.

Die Jahreslosung 2016

„Gott spricht: Ich will Euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“
Jesaja 66, 13

Er wartet auf mich und will mich trösten. In der vor uns liegenden Passionszeit schauen wir auf den Trost, den Gott uns angesichts von Tod und Trauer geben will. Im Sterben und Auferstehen Jesu verspricht Gott uns sogar: Am Ende wird alles gut, nicht vielleicht, sondern ganz bestimmt! Auch in diesem Jahr werden wir manchmal „nicht ganz bei Trost sein“; gut zu wissen, wo wir Trost finden können! Wer im Blick auf die Jahreslosung einwendet, dass auch Väter trösten können, hat natürlich recht. Gott will uns so trösten, wie es für uns am besten ist und wie wir es brauchen: Wie eine Mutter, wie ein Vater, wie ein geliebter Mensch, wie eine Freundin oder ein Freund. Wie auch immer: Er will uns trösten, verlassen wir uns darauf!

Herzliche Grüße Ihr Jens Hauschild